Zeugnisse/ freiwilliges Zurücktreten

 

Unter welchen Voraussetzungen ist das Ziel der GS erreicht?(GSO §46 Abs.1)

Grundlagen für eine Entscheidung sind die Bildungsstandards und der Rahmenplan mit seinen Teilrahmenplänen für die Grundschule. Die Verbalbeurteilung und die Lernprozessdokumentation geben detailliert Aufschluss über den (kompetenzorientierten) Lernentwicklungsstand des Kindes.

  • Es muss eine pädagogische Entscheidung getroffen werden, z.B. ob das Kind erfolgreich in der 5. Klasse mitarbeiten kann.
  • Wenn feststeht, dass das Kind wahrscheinlich nicht erfolgreich in Kl. 5 mitarbeiten kann und dieses Kind aber z.B. überaltert ist, kann es aus pädagogischen Gründen ein Abgangszeugnis bekommen und rückt dennoch in Klasse 5 auf. Ein Kind kann maximal sechs Jahre an der Grundschule verbringen.
  • Es ist immer mit zu bedenken, wie der Verlauf der weiteren Schullaufbahn aussehen kann. Im Zweifel wird das mit der Schulaufsicht besprochen und entschieden.

 

Was zählt (nicht) zu den Schulbesuchsjahren? (§13 (2))

  • Eine Zurückstellung vom Schulbesuch zählt nicht.
  • Das freiwillige Zurücktreten aus den Klassen zählt nicht.
  • Eine Wiederholung auf Beschluss der Klassenkonferenz zählt.

 

Kann auf dem Abschlusszeugnis der Kl. 4 in Fächern auf die Note verzichtet werden?

Ja (gemäß VV Lernschwierigkeiten/ Lernstörungen) können Noten auch im Zeugnis ausgesetzt werden. Ist nur ein Teilbereich eines Faches betroffen (zum Beispiel "Richtig Schreiben") wird das vermerkt, es gibt aber eine Gesamtnote für das Fach.

 

Was ist beim Freiwilligen Zurücktreten zu beachten? (§27)

Freiwilliges Zurücktreten erfolgt auf Antrag der Eltern und mit Zustimmung der Klassenkonferenz, geht im Umkehrschluss also nicht ohne Antrag der Eltern und nicht, wenn die Klassenkonferenz nicht zustimmt

 

Problematik des Übergangs in die Sek.I in Bezug auf pädagogische Leistungsbeurteilung

  • Möglichkeiten des Ermutigens in der GS ausschöpfen (Kinder stark machen), aber ehrliche Rückmeldung geben
  • Verpflichtung der weiterführenden Schulen, Schüler individuell "abzuholen" wo sie stehen
  • Verpflichtung der weiterführenden Schulen, sich über das System der individuellen Leistungbeurteilung der Grundschulen zu informieren
  • Verpflichtung aller, auch der weiterführenden Schulen zur individuellen Förderung
  • Beachtung des pädagogischen Leitbilds der weiterführenden Schule bei der Schulwahl

 

Verpflichtende Eltern-Lehrer-Schüler-Gespräche im Halbjahr in den Klassen 2-4 (§39 Abs. 3)

  • Die Eltern werden schriftlich zum Gespräch eingeladen, die Gesprächszeit beträgt etwa 15 Minuten. 
  • Es gibt ein vorbereitetes Gesprächsprotokoll das um Zielvereinbarungen ergänzt wird, es reichen leserliche, stichwortartige Notizen.
  • Die Zielvereinbarung sollte gleich vor Ort von LehrerIn und Eltern unterzeichnet, kopiert und an die Eltern weitergegeben werden.
  • Wenn Eltern nicht erscheinen, werden sie telefonisch und schriftlich nochmals erinnert, was aktenkundig gemacht wird.
  • Bei Nichterscheinen erhalten die Eltern keine schriftliche Dokumentation des Leistungsstandes des Kindes.
  • Die Lehrkraft fügt das Gesprächsprotokoll und die Zielvereinbarungen der Schülerakte hinzu diese werden aber beim Wechsel in Klasse 5 herausgenommen.
  • Zeitpunkt der Gespräche. Dezember/ Januar, in Klassen 3 und 4 vor Ausgabe der Halbjahreszeugnisse.
  • Bei der Terminierung ist von Seiten der Lehrkraft aber auch von anderen Eltern auf Berufstätige Rücksicht zu nehmen.

 

Zusammensetzung der Zeugnisnote bei Aussetzung der Benotung der Leistungsnachweise in einem Teilbereich?

Es kann eine Zeugnisnote geben, sofern es sich um eine relativ isolierte Teilleistungsschwäche handelt. Der individuelle Lernfortschritt des Kindes und die Ergebnisse der Lernprozessbeobachtung werden in die Notengebung miteinbezogen. Manchmal ist eine Note für das gesamte Fach nicht angezeigt. (§28, 5)

 

Erhalten Kinder, die im laufenden ersten oder zweiten  Schuljahr die Schule wechseln, ein Abgangszeugnis?

Kinder bekommen immer ein Abgangszeugnis. Bis zu 6 Wochen nach dem letzten Zeugnis kann dessen Text übernommen werden.

 

Schriftnote: Ja - Nein ?

Wenn Eltern eine Schriftnote wünschen, muss sie gemäß Verordnungstext gegeben werden. Eine für die Schule sinnvolle Regelung kann mit dem SEB besprochen werden.

 

Muttersprachlicher Unterricht

Muttersprachlicher Unterricht wird auf dem Zeugnis vermerkt. Zusätzlich erhalten die Kinder eine Anlage mit kurzer Beschreibung, in Klasse 3 und 4 mit Note.